Schulbau sichern, statt Beschlüsse kippen – Wir brauchen die Schule in der Katzmannstraße!
Leipzig, 23. Februar 2026 – Diese Pressemitteilung ist ein Appell an alle Stadträt:innen Leipzigs und dient allen anderen zur Information über dieses wichtige Thema.
Denn wir haben das Gefühl, dass Sie uns und alle Schüler:innen Leipzigs vergessen haben. Mal wieder müssen wir Angst um die Qualität unserer Bildung haben. Das Schlimmste dabei ist, dass wir diese Angst schon vor fast genau einem Jahr haben mussten und nun schon wieder über dasselbe Thema reden – die Auslagerungsschule in der Katzmannstraße.
Nächsten Mittwoch wird zum zweiten Mal über die Zukunft dieser Schule entschieden, auch wenn die Titel der Anträge etwas anderes suggerieren. Hier hat die Fraktion Bündnis 90 die Grünen auf einmal einen vermeintlichen Konflikt zwischen „grüne[m] Bauspielplatz statt graue[m] Parkplatz“ aufgemacht, wie es im Titel Ihres Antrages heißt. Das wird der wahren Diskussion aber lange nicht gerecht. Die Parkplätze, denen der Bauspielplatz in Mockau weichen soll, sind der Kompromiss unter welchem vor einem Jahr der Beschluss zum Bau der Auslagerungsschule in der Katzmannstraße geschlossen wurde. Diese Parkplätze sind Ersatzstellflächen für die Garagenbesitzer:innen, deren Garagen für der Bau der Auslagerungsschule abgerissen werden müssen. Ohne diesen Kompromiss wäre der Antrag damals vermutlich nicht angenommen wurden und ohne die Ersatzstellflächen kann die Schule nun nicht gebaut werden. Somit ist es ziemlich offensichtlich, dass man diese Vorhaben unmöglich voneinander trennen kann.

Das ist das Abstimmungsergebnis, mit dem der Bau der Auslagerungsschule in der Katzmannstraße vor einem Jahr beschlossen wurde. Erinnern Sie sich?
Wir tun es definitiv, denn wir haben schon damals lautstark für diese Schule kämpfen müssen. Eine Schule, die für die Sanierung vieler Leipziger Schulen unerlässlich ist. Dafür haben wir damals eine Petition gestartet und mit einigen von Ihnen sogar direkt Gespräche geführt. Welche Begründung haben also diejenigen, die sich damals für die Auslagerungsschule entschieden haben, den Bau der Schule nun so zu gefährden?
Auch wir bedauern es, dass der Bauspielplatz für diese Parkplätze seinen Standort ändern muss, vor allem da er erst vor Kurzem umgezogen ist. Dennoch kann die Frage zwischen Spielplatz und Schule hier keinesfalls gleich gewichtet werden. Denn der grundsätzliche Fortbestand des Bauspielplatzes wurde nie in Frage gestellt, der Bauspielplatz soll lediglich an einen anderen Ort verlegt werden. Durch den Änderungsantrag der CDU-Fraktion besteht am Mittwoch die Chance, dass der hart erkämpfte Beschluss zum Bau der Auslagerungsschule aufgehoben wird. Damit wäre diese Schule höchstwahrscheinlich verloren, denn eine erneute Mehrheit im Stadtrat ist aktuell nicht absehbar. Zudem wurde bereits mehrere mögliche Standorte für die Verlegung des Spielplatzes vorgestellt und dieser soll aktiv bei seinem Umzug unterstützt werden. Für eine Schule gelten strengere Bestimmungen, alle vorgestellten Ersatzflächen entsprechen diesen nicht.
Diese Schule zu verlieren bedeutet nicht nur, ein einzelnes Schulgebäude zu verlieren. Die geplante Auslagerungsschule in der Katzmannstraße spielt eine wichtige Rolle für die gesamte Schulbaustrategie und somit für die allgemeine Qualität der Leipziger Schullandschaft. Fällt dieses Bauvorhaben weg, können mehrere Sanierungsvorhaben möglicherweise gar nicht realisiert werden. Verzögert sich die Durchsetzung des Bauvorhabens durch solche Diskussionen noch weiter, so hat das deutliche Einfluss auf etliche andere Projekte. Die Entwicklung der Leipziger Schullandschaft musste durch haushaltärische Engpässe und mangelnde Förderung auf Landesebene ohnehin schon gravierende Einschnitte erleiden, wollen Sie diese Entwicklung wirklich noch weiter verstärken?
Wir können auch verstehen, dass einige von Ihnen mit dem Handeln der Verwaltung hier nicht einverstanden sind. Vielleicht sind Diskussionen nicht konkret oder transparent genug geführt worden. Eventuell handelt es sich hierbei auch nicht um die optimale Lösung, möglicherweise wurden tatsächlich nicht genug Flächen geprüft. Das können wir natürlich auch nicht abschließend beurteilen. Was wir aber wissen ist: Jede Handlung, welche den Bau der Auslagerungsschule noch weiter hinauszögert, schadet den Schüler:innen. Tragen Sie diese Probleme also nicht auf dem Rücken der Schüler:innen aus.
Sieht man sich den Umgang mit dem Beschluss zum Bau der Auslagerungsschule über das letzte Jahr genauer an, so kommt man leider zu der Schlussfolgerung, dass einige Entscheidungsträger:innen schon damals kein ehrliches Interesse am Bau der Schule hatten. Ist es also wie so oft in der Politik und der Eindruck gegenüber der eigenen Wählerschaft wird den Interessen junger Menschen und dem eigenen Parteiprogramm vorgezogen? Alle betroffenen Schüler:innen und all diejenigen, die vor einem Jahr für diesen Beschluss gekämpft haben, können sich von so einem Handeln nur getäuscht fühlen.
Vor einem Jahr haben wir an sie appelliert: „Treffen Sie eine Entscheidung, nach der Sie sich noch im Spiegel ansehen können“. Das hat aber anscheinend nicht gereicht. Darum bitten wir Sie nun: Treffen Sie am Mittwoch eine Entscheidung, nach der Sie uns und allen Schüler:innen Leipzigs noch in die Augen sehen können. Treffen Sie diesmal eine Entscheidung, auf die wir uns verlassen können.
Wir brauchen diese Schule und wir brauchen Sie jetzt.
